The Architect of Late Capitalism. Berufsbilder in der Architektur zwischen Moderne und Postmoderne
El Lissitzky, Der Konstrukteur, Selbstportrait, Silbergelatineabzug, 107×118 mm, 1924, Victoria and Albert Museum London, CC BY-NC-SA.

Teilprojekt D1

The Architect of Late Capitalism. Berufsbilder in der Architektur zwischen Moderne und Postmoderne

Das Dissertationsprojekt nimmt die Berufsbilder von Architekt_innen in den Blick, in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in den USA, und verortet diese sowohl im Kontext interner Debatten und Entwicklungen des Feldes, als auch übergeordneter gesellschaftlicher Tendenzen. Dabei sind es vor allem die 1960er und 70er Jahren in denen bis dahin weithin gängige Paradigmen der Architektur, sowie etablierte Zuschreibungen an den Architekturberuf, von einer neuen Generation von Architekt_innen in Frage gestellt werden. Den Zugang zum Feld der Untersuchung bietet dabei die feministische Kritik am Berufsbild des Architekten, wie sie etwa durch die Alliance of Women in Architektur (AWA, 1972-1992) formuliert wurde und die ihren praktischen Ausdruck unter anderem in der Women’s School of Planning and Architecture (WSPA) fand. Dabei sollen die dort entwickelten neuen und alternativen Berufsbilder als Kontrastfolie dienen, für ein tiefer gehendes Verständnis verbreiteter beruflicher Selbstbilder, ohne sich der Gefahr auszusetzen etablierte Narrative aus der Professionsgeschichte unkritisch zu wiederholen. So soll die in Organisation wie der AWA formulierte Kritik, die dort erprobten alternativen Praktiken, sowie das damit verbundene Selbstverständnis der Architektinnen und Planerinnen, als Ausganspunkt genommen werden um die vorherrschenden und teilweise konkurrierenden Selbstbilder von Architekt_innen und damit die divergierenden Formen der Subjektkonstitution im Feld der Architektur in den Blick zu nehmen.