Architekturen des Ordnens-Fellowship

Fellowship 2021

Ausschreibung

Das AO-Fellowship-Programm dient sowohl der thematischen Erweiterung der stetigen Projektgruppe als auch ihrer nationalen und internationalen Vernetzung. Es ermöglicht pro Jahr zwei Fellows einen ein- bis dreimonatigen Forschungsaufenthalt in Frankfurt am Main. Aufgrund der Corona-Pandemie wird jedoch bis auf Weiteres auf die Präsenz der Fellows verzichtet; das Programm findet virtuell statt. Sobald ein Aufenthalt wieder möglich und planbar ist, werden wir in Absprache mit den Fellows darüber entscheiden.

Wir akzeptieren Bewerbungen von promovierten Forschenden aller Karrierelevel.

Die Arbeit der Fellows soll einen deutlichen Bezug sowohl zu den allgemeinen Zielen des Schwerpunkts, wie auch einem jeweiligen Jahresthema aufzeigen. Die Themen sind:

2020 – Architektur als Metapher
2021 – Gebaute Ordnung
2022 – Ordnung Entwerfen
2023 – Ordnung/Unordnung

Das Jahresthema für 2021 „Gebaute Ordnung“ ist auch das Thema der Ringvorlesung „Gebaute Ordnung: Räume der Macht – Speicher des Wissens“, die sich im Sommersemester 2021 und im Wintersemester 2021/22 den thematischen Blöcken „Räume der Macht“ bzw. „Speicher des Wissens“ widmen wird. Das Fellowship sollte im Sommersemester 2021 angesiedelt sein und sich daher dem Themenschwerpunkt „Räume der Macht“ zuordnen.

Unser alltägliches Leben, ob in der privaten oder öffentlichen Sphäre, wird in nicht unerheblichem Maße von der architektonischen Konfiguration des uns umgebenden Raums beeinflusst. Dies ist allerdings nur selten das Produkt zufälliger und nicht intendierter Umstände. So müssen sich Architekten, die sich mit der baulichen Gestaltung von städtischen Räumen, Bauwerken oder aber auch Landschaftsarchitekturen auseinandersetzen, seit jeher nicht nur nach ästhetischen, sondern gleichermaßen nach funktionalen Anforderungen und Bedürfnissen richten, die an die von ihnen entworfenen Bauten und Architekturen gestellt werden.

Es ist kein Zufall, dass multinationale Konzerne eine eigene Corporate Architecture entwickeln, die nicht nur nach außen hin Identität stiften, sondern auch innerhalb der eigenen Konzernbauten mit architektonischen Mitteln Hierarchien darstellen und beispielsweise in Form von Großraumbüros die Arbeitsweise der Mitarbeitenden in bestimmte Bahnen lenken soll.

Hierbei handelt es sich jedoch nicht erst um ein Phänomen des 20. und 21. Jahrhunderts. Bereits in der Frühen Neuzeit entstanden beispielsweise Verwaltungsbauten, die Behörden wie Kanzleien, Archive oder Hofkammern beherbergten und vor allem in den Innenräumen spezielle, auf die Behördentätigkeit zugeschnittene Funktionen erfüllen mussten. Es ist dabei davon auszugehen, dass solche Architekturen wiederum auf die Verwaltungstätigkeit und die Ordnung der Behörden zurückwirkten: Die gebaute und die immaterielle Ordnung sowie die sich im Gebauten entfaltenden Praktiken stünden somit in einer sich gegenseitig beeinflussenden Wechselbeziehung.

Dies gilt allerdings nicht nur für einzelne Bauwerke oder Gebäudekomplexe. Vielmehr entstanden auch ganze Städte von Grund auf am Reißbrett. Man denke nur an die Schlossanlagen des Barockzeitalters und die oftmals von ihnen ausgehende, klaren Symmetrien folgende städtebauliche Ordnung, die als Ausdruck des absolutistischen Selbstverständnisses und der Weltauffassung des Fürsten in der Frühen Neuzeit zu verstehen ist. Der Herrscher inszenierte sich mit solchen architektonischen Mitteln eindrucksvoll und unübersehbar als Mittel- und Fixpunkt der Gesellschaft und des frühneuzeitlichen Staates. Auf diese Art und Weise kann auch bauliche Ästhetik zu einem Vehikel funktionaler Erwägungen werden: Die architektonische Konfiguration des Raumes wird zum Ausdruck gesellschaftlicher Hierarchien und hilft dabei, diese physisch zu manifestieren. Es entsteht „Gebaute Ordnung“.

Bewerbungsvoraussetzungen

Entsprechend der interdisziplinären Ausrichtung des Projekts, begrüßen wir Bewerbungen keineswegs nur, aber auch aus den bereits am Projekt beteiligten Disziplinen (Architektur- und Kunstgeschichte, Architekturtheorie, Cultural und Media Studies, Geschichte, Soziologie und Entwurfswissenschaften). Wir akzeptieren Bewerbungen von promovierten Wissenschaftler_innen aller Karrierelevel, begrüßen jedoch insbesondere solche von early career researchers. Ein chronologischer Schwerpunkt in der Frühen Neuzeit (1500-1800) ist besonders willkommen.

Einbindung

Während ihres Aufenthalts sind die Fellows Mitglieder der Forschungsgruppe. Von ihnen wird eine aktive Teilnahme an allen Veranstaltungen des Schwerpunkts erwartet. Zu Beginn des Fellowships haben die Fellows die Möglichkeit, ihr Projekt im Rahmen einer Fellow Lecture vorzustellen. Die Ergebnisse sollen abschließend in einem Vortrag präsentiert werden. Zudem sollen sich die Fellows mit der Konzeption eines Workshops an dem Programm beteiligen, sowie in regelmäßig stattfindenden Sprechstunden den Austausch mit den Doktorierenden ermöglichen. Aufgrund der Corona-Pandemie finden derzeit alle Veranstaltungen im virtuellen Raum statt.

Dauer

Es werden Bewerbungen für Fellowships über eine Laufzeit von einem bis drei Monaten akzeptiert, je nach den Ansprüchen und Erfordernissen des jeweiligen Forschungsvorhabens. Sowohl der Beginn als auch die genaue Dauer des Fellowships werden nach erfolgreicher Bewerbung abgestimmt, dabei gilt zu beachten, dass der Aufenthalt überwiegend während der Semesterzeiten stattfinden sollte (Sommersemester: April-Juli; Wintersemester: Oktober-Februar).

Stipendium

Fellows erhalten ein monatliches Stipendium von 3.200,- Euro, um Kosten für Unterkunft und Verpflegung, aber auch anfallende Versicherungen etc. während eines Aufenthalts in Frankfurt am Main abzudecken. Darüber hinaus werden anfallende Hin- und Rückreisekosten einmalig übernommen. Bitte beachten Sie, dass die Reisekosten momentan nicht erstattet werden, da auf eine Präsenz verzichtet wird.

Bewerbungsmodalitäten

Bitte senden Sie ihre Bewerbung für das Fellowship zum Jahresthema 2021 „Gebaute Ordnung“, inklusive der folgenden Dokumente in einer PDF-Datei bis zum 15. Januar 2021 ein. Das Fellowship zum Jahresthema 2022 „Ordnung Entwerfen“ wird in der zweiten Jahreshälfte 2021 an dieser Stelle ausgeschrieben.

Projekt Exposé – ca. 1000 Wörter

Das Exposé sollte das jeweilige Forschungsvorhaben knapp vorstellen und seinen Bezug zum LOEWE Projekt an sich, wie auch zum Jahresthema deutlich machen. Darüber hinaus sollte es durch eine Einordnung des Forschungsprojekts in gegenwärtige Debatten dessen Relevanz verdeutlichen und die angestrebten Ziele des Fellowships darlegen.

Arbeitsplan – ca. 500 Wörter

Der Arbeitsplan sollte einen groben Überblick darüber vermitteln, wie der Fellow die Zeit im LOEWE-Projekt gestalten will.

CV

Ein Lebenslauf von nicht mehr als 4 Seiten.

Schreibprobe

Dies kann ein Artikel oder ein Auszug aus einer umfangreicheren Forschungsarbeit von 10-20 Seiten sein.

Referenzen

Wir bitten um Angabe von zwei Personen, bei denen Referenzen eingeholt werden können.

Kontakt

Melden Sie sich bei Fragen oder für weitere Informationen gerne bei:

Lena Holbein
Koordinatorin – LOEWE Schwerpunkt Architekturen des Ordnens
holbein@kunst.uni-frankfurt.de
Telefon +49(0)69-798-28705

Kunstgeschichtliches Institut | 256
Goethe-Universität Frankfurt | Campus Bockenheim
Senckenberganlage 31
60325 Frankfurt am Main | GERMANY